Coaching - der Anfang

22.02.2018

Wenn die erste Kennenlern-Stunde vorbei ist, entsteht im Kopf des Coaches (jedenfalls in meinem) eine Art Ansammlung von Puzzlestücken, die sehr ungeordnet herumschwirren und noch nicht viel Aufschluss geben. Idealerweise kann ich aber schon ein grobes Ziel ausmachen, an dem gearbeitet werden soll. Dieses vereinbare ich dann mit dem Klienten beim Start in die Zusammenarbeit. Wir einigen uns auch auf die ungefähre Stundenanzahl und verabreden Regeln wie Regelmäßigkeit, mögliche Absagen, Umgang miteinander usw.


In den ersten Stunden konfrontiere ich meine Coachees gerne mit einem speziellen Fragebogen, der ein wenig provoziert.


Dieser enthält beispielsweise folgende Fragen:


  • Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben Ihrem Beruf so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?
  • Womit beschäftigen Sie sich Ihrer Meinung nach zu viel? Womit zu wenig?
  • Was haben Sie in Bezug auf Männer von Ihrem Vater gelernt?
  • Was haben Sie in Bezug auf Frauen von Ihrer Mutter gelernt?
  • Was spricht gegen Selbstmord?
  • Was ändert sich, wenn Sie sterben?
  • Was stirbt, wenn Sie sich ändern?

Diese Fragen kann ich nicht jedem stellen, hier wäge ich ganz genau ab. Es kommt darauf an, wie robust mir der Mensch erscheint, der gerade bei mir ist. Die Reaktionen darauf und die Antworten bringen jedoch oft viel in Bewegung – im Klienten und in mir. Und dann beginnt der eigentliche Prozess – der Klient reagiert und bei mir kommt etwas an. Ich bin der Resonanzboden und horche auf bei Aussagen, die auf innere Konflikte hinweisen.





Immer wieder wird aus dem anfänglich vereinbarten Ziel schließlich ein ganz anderes. Oft sind die anfänglich vorgetragenen Anliegen nämlich nur Symptome von etwas, was schon viel länger im Coachee rumort und Spannungen erzeugt. Und, was soll ich sagen, meistens hat alles mit einer unzulänglichen Erfahrung dieses Menschen in der Kindheit zu tun. Wer als Kind eben nicht feinfühlig und liebevoll gespiegelt wird, trägt sehr häufig ein Defizit mit sich herum, das ihn immer wieder an Grenzen bringt: im Job, in der Partnerschaft, im Zusammensein mit anderen …


Von diesem sehr wichtigen inneren Konflikt, der so früh angelegt wird, erzähle ich dann beim nächsten Mal, der ist nämlich spannend und leider gar nicht so selten vorzufinden, wie man meinen könnte. Er ist sozusagen allerorten, überall, wenn man aufmerksam ist und gut hinschaut …


Autorin: Anke von Skerst

Coaching - der Einstieg (Teil 1)

Coaching - Innere Konflikte (Teil 3)

Coaching - Kontakt mit sich selbst (Teil 4)


Kleiner Tipp:

Seminare Führung

Topseminare zum Thema Führung
Mitarbeiter motivieren, Konflikte lösen, Anfängerfehler vermeiden: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Führungsherausforderungen erfolgreich meistern. Mehr dazu ...