Coaching - Kontakt mit sich selbst

21.06.2018

Das Ziel einer Coaching-Zusammenarbeit ist es, innere Konflikte zu erkennen, anzuschauen, deren Entstehung nachzufühlen und dann – irgendwann – seinen Frieden damit zu machen.


Sehr viele Menschen bleiben in Rollen verhaftet, die sie sich angeeignet haben, weil sie ihr unsicheres Selbst geschützt haben. In diesen Rollen haben sie am meisten Anerkennung und am wenigsten Kritik eingefahren. Über diese Rollen haben sich viele Menschen allerdings selbst verloren – oder gar nicht erst gefunden. Vor Kurzem hatte ich eine Klientin, mit der ich mich auf die Reise zu ihr selbst begeben habe.


Wir haben ihren Lebens-Rollen Namen gegeben: Einer davon war „Eva“. Eva ist die Liebe und Brave, die es besonders der Mutter immer recht machen will. Eva, die nicht widerspricht, sich dezent und langweilig kleidet und leise redet, wie ein kleines Mädchen.


Dann gibt es u. a. noch ganz versteckt, aber wahrnehmbar, eine „Lucie“, die mutig ist, sich etwas traut und ganz anders ist. Lucie hat sich ganz nebenbei gezeigt, als die Klientin von ihrer Vorliebe für schnelles Autofahren erzählte. Mit 160 km/h saust sie für gewöhnlich mit ihrem BMW über deutsche Autobahnen.


Beiläufig fragte ich sie danach, wie sie denn gekleidet sei und ihr Haar trage bei der Autofahrt. Da kam eine ganz andere Frau zum Vorschein, eben nicht Eva, sondern Lucie: enge Jeans, T-Shirt, Boots.


Wir haben dann auch die Mutter (gedanklich) in den Coachingraum geholt und auf typische Aussagen von ihr hat – von zwei verschiedenen Stühlen aus – sowohl Eva als auch Lucie geantwortet. Das war sehr aufschlussreich.


Das grundsätzliche Ziel der Entwicklung ist aber nicht, eine Eva aus dem Leben zu verbannen, sondern die Lucie mit zu integrieren.

Wenn ich selbst einen Vortrag halte, dann bin ich aufgeregt. Einer meiner Anteile ist dann ängstlich und möchte am liebsten kneifen. Diesem Anteil von mir habe ich einen Namen und ein Gesicht gegeben. Bevor ich also zu reden anfange, begrüße ich diesen Anteil im Vortragsraum, nicke ihm erst einmal zu. Dann kann mir nichts mehr passieren, ich habe die Kontrolle übernommen. Wichtig ist die Akzeptanz von allem, was in uns ist, und die Versöhnung mit eigenen, unpopulären Verhaltensweisen. Sie haben ihren Sinn. Das ist das Ziel von Coaching, so kann es gut gelingen.


Autorin: Anke von Skerst

Coaching - der Einstieg (Teil 1)

Coaching - der Anfang (Teil 2)

Coaching - innere Konflikte (Teil 3)



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