Neu als Führungskraft - Tipps für den Start (Teil 4)

03.11.2017

Blogbeitrag: Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 1)

Positives Menschenbild


Meine Tochter kam vor Kurzem mit einer wunderbaren Geschichte aus der Schule – Gymnasium in Bayern, wohlgemerkt, da ist das mit den wunderbaren Geschichten so eine Sache. Sie aber erzählte von einem afrikanischen Referendar, der für einige Monate im Rahmen eines Austauschprojektes Englisch unterrichten sollte und nun zum ersten Mal vor ihrer Klasse stand.


Mit einem Strahlen verbeugte er sich vor der pubertierenden Meute, die sonst grundsätzlich so ziemlich alles belacht und provoziert, was nicht mit dem Notenbuch vor der Nase wedelt. Der Afrikaner sagte, frei übersetzt: „Meine Damen, meine Herren, es ist mir eine Ehre, hier heute vor Ihnen zu stehen und mit Ihnen mein Wissen rund um die englische Sprache teilen zu dürfen.“ Die Meute war sprachlos und neugierig.


Bedeutungsvoll für die Führungsarbeit ist diese Art von Wertschätzung, die einem absolut positiven Menschenbild entspringt. Sam, der Afrikaner, setzte einfach voraus, dass diese jungen Menschen lernen wollen und wissbegierig sind. Er vermittelte mit einfachen Worten seine Idee des Kooperierens sowie der Freude daran und teilte nicht im Ansatz das Vorurteil der faulen, frechen, nichtsnutzigen Jugend.


Viele Führungskräfte tragen unbewusst ein negatives Menschenbild in sich und vermitteln das in unbedachten Äußerungen, die Menschen entwerten und damit demotivieren. So hörte ich jüngst einen Hotelier der alten Schule schimpfen: „Die jungen Mitarbeiter heute, die taugen alle nix, die wollen mich nur abzocken und sich vor der Arbeit drücken.“ Ach ja?


Scheinbar belanglose Aussagen wie „Hier klappt ja auch gar nichts“ oder „Ist ja kein Wunder, dass dieser Fehler passiert ist“ transportieren diese Haltung, die dem Mitarbeiter suggeriert: Es hat nichts geklappt und es wird auch nichts klappen oder bei diesen Typen kann es ja nicht anders sein.



Fehler und Fehlverhalten werden somit Resultat einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung und die Führungskraft merkt nicht, dass sie selbst für dieses Fehlverhalten verantwortlich ist. Tochter Valerie jedenfalls beschrieb die Unterrichtsstunde bei Sam als „mega“. Alle hätten gesprochen, auch die, die nicht so gut in Englisch sind. Sam hätte bei jedem aufmerksam zugehört und den Beitrag ernst genommen. Die coolen Jungs kommentierten dann hinterher: „Voll der Bro, der Sam, bester Mann.“


Autorin: Anke von Skerst
Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 1)
Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 2)

Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 3)



Kleiner Tipp:

Seminare Führung

Topseminare zum Thema Führung
Mitarbeiter motivieren, Konflikte lösen, Anfängerfehler vermeiden: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Führungsherausforderungen erfolgreich meistern. Mehr dazu ...