Neu als Führungskraft - Tipps für den Start (Teil 5)

22.03.2018

Blogbeitrag: Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 1)

Durchsetzungsvermögen


Was ich selbst als Trainer, Coach und Berater in den Unternehmen oft erlebe ist das Unvermögen der Führungsriege, klare Kante zu zeigen und Konsequenzen dann zu ziehen, wenn sie nötig werden. So hat sich jüngst eine frischgebackene Führungskraft in einem großen Logistikunternehmen, das ich berate, gewunden wie ein Aal. Das kam ungefähr so: Mitarbeiter Mark, der erstklassige Arbeit leistet und auch am späten Nachmittag kurz vor Feierabend immer noch Ladungen findet, damit kein Lkw leer irgendwo herumfährt, kam wieder einmal zu spät zur Arbeit. Geräuschvoll, strahlend und mit viel Präsenz ließ er sich auf seinem Stuhl nieder und loggte sich in seinen Account ein. Peter, die Führungskraft, hatte das sehr wohl bemerkt und auch die Kollegen in seinem Team warfen sich vielsagende, aber zugleich resignierte Blicke zu.


Als Berater sollte man vieles wahrnehmen und ansprechen, was ich in diesem Fall dann tat. Peter druckste herum: „Na ja, der Mark ist mein bester Mann, der spart uns viel Geld, von dem können sich die anderen noch etwas abgucken.“ Ach, und deshalb darf der Mark sich eigene Arbeitszeitregeln aufstellen? Weil er so gute Arbeit leistet, darf er zu spät kommen? Ohne Konsequenz?

Mein Rat in diesem Fall, wie ich ihn so oft in Unternehmen erleben muss: Vergleicht nicht Äpfel mit Birnen!


Wer gute Arbeit leistet, sollte dafür anerkannt werden, gerne mit einem persönlichen Lob oder einer anderen Art des Wohlwollens. Wer gute Arbeit leistet, muss sich aber gleichzeitig an Regeln halten, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und darf auch nicht gegenseitig aufgewogen werden.


Wer hier als Führungskraft keine klare Kante zeigt und nicht konsequent ist, der weicht ein Regelwerk auf, das die Zusammenarbeit in seinem Team bestimmt. Wer hier den Primus inter Pares regieren lässt, stößt alle anderen, die sich an die Regeln halten, vor den Kopf – die Missstimmung ist vorprogrammiert.



Peter hat sich nun ein Herz gefasst und Mark auf das Zuspätkommen hingewiesen. Er hat ihm klargemacht, dass es beim nächsten Verstoß gegen die Arbeitszeitregeln eine Rüge geben wird. Mark war nicht wirklich ‚amused‘. In einem weiteren Gespräch hat Peter aber ein großes Lob für die exzellente Arbeit ausgesprochen und Mark gebeten, Tipps und Tricks für nachmittägliche Beladungen an die Kollegen weiterzugeben. Damit war Marks Welt wieder in Ordnung. Jetzt ist gutes Führungsverhalten entstanden und so kann ein Team funktionieren.


Autorin: Anke von Skerst
Neu als Führungskraft – Tipps für den Start (Teil 1)
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